Wechselbilder
Wechselbilder
Groß Bertung
Erstellt unter Verwendung einer Zeichnung von Stephen Urra
Hier können Sie nicht nur diskutieren.
Hier können Sie sich in unser Gästebuch eintragen oder auch nur darin lesen.

 

Frühsommer in Bartąg/Groß Bertung
Fotografiert von Alfred Behrendt 13. Juni 2011

Mohnfeld bei Bertung

Winterimpressionen
ins Bild gesetzt von
Edward Sadowski
Bertung/Jomendorf

4

6

18

21

11

13

14

19

2

10

8

17

 

 

Sehr aktiv in der Ahnen-Forschung ist Gerhard  Glombiewski
Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Kirchspiel Gr. Bertung, weil sein Großvater aus Bertung stammt (er ist 1897 nach Westdeutschland ausgewandert). Sein Urgroßvater Johann Golombiewski blieb in Bertung und ist dort 1931 gestorben.
Gerhard Glombiewski ist dabei, möglichst viel Material über das Kirchspiel und seine Bewohner zusammenzutragen. Letztlich soll ein Buch entstehen, in dem alle Familien aus dem Kichspiel zwischen 1850 und 1950 erfaßt sind (ein sog. “Ortsfamilienbuch”).
Die 1. Etappe auf diesem Wege hat er gerade erreicht: Seine beiden “Totenbücher zu Gr. Bertung” sind erschienen.
Bei diesem Vorhaben ist er auf Ihre Hilfe angewiesen.
Würden Sie ihm Angaben zu Ihrer Familie machen und dazu einen Fragebogen ausgefüllt zurückschicken?

  1. Haben Sie noch alte Unterlagen über Ihre Familie wie z.B
             Ahnentafeln - Familienbücher - Geburts-, Heirats- und Totenscheine
    die Sie ihm als Kopie zu Verfügung stellen können? Für entstehende Kosten kommt er natürlich auf.

Ohne Ihre Mithilfe ist diese umfangreiche Arbeit nicht zu schaffen!

Bertung-Postkarte
Diese Postkarte sendete uns Klaus J. Schwittay zu.
?

Christofer Herrmann
Geschichte der Pfarrkirche
in Groß Bertung
Aus: Die Mittelalterliche Architektur im Preußenland

Die erste urkundliche Erwähnung des Gebietes Bertung („Bertyngen“) erfolgte 1335, als der Pruße Medeken vom ermländischen Domkapitel vier Hufen Land verliehen bekam. Zehn Jahre später entstand in dieser von Prußen bewohnten Landschaft ein deutsches Dorf. Die von vermutlich aus Thüringen stammenden Kolonisten gegründete Siedlung wurde in den Quellen häufig auch ‚Deutsch-Bertung’ („Dutczhebertingen“) genant, während sich für Klein-Bertung der Name ‚Preußisch-Bertung’ findet. Auf die Bedeutung des Ortes in dieser frühen Zeit der christlichen Herrschaft verweist auch die Existenz einer Burg in Bertung. Dort wurde 1350 vom Domkapitel eine Urkunde für Johannes „thuringo“ ausgestellt.

Schon die Gründungshandfeste von 1345 sah die Einrichtung einer Pfarrei vor, denn zur Versorgung des Pfarrers waren sechs von Abgaben befreite Hufen Ackerland bestimmt. Daß das Kirchspiel tatsächlich auch kurz danach gegründet wurde, belegt der Umstand, dass 1348 erstmals ein Pfarrer („Dithmarus“) urkundlich erwähnt ist. Die erste Kirche von Groß Bertung war vermutlich ein Holzbau, der recht lange in Benutzung gewesen sein muß. Die heute bestehende Backsteinkirche stammt wohl erst aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Möglicherweise stand der großzügige Ausbau mit der Verehrung eines Marienbildes in der Dorfkirche im Zusammenhang, wohin im 16. Jahrhundert Wallfahrten führten. Das neu errichtete Kirchengebäude erhielt einen polygonal geschlossenen und mit Sterngewölben versehenen Chor. Daran schloß sich das Kirchenschiff in Form eines ungewölbten Saalbaus an. Den westlichen Abschluß bildete ein Turm, von dem allerdings zunächst nur die beiden unteren Geschosse aus Stein errichtet wurden. Darüber erhob sich vermutlich ein hölzerner Glockenstuhl. Kirchen mit einem Choranbau sind im Ermland sehr selten. Üblicherweise findet man auf dem Land chorlose Saalbauten und in den Städten chorlose Hallen. Lediglich die frühesten Steinkirchen (etwa Elditten und Schalmey) besaßen einen Polygonalchor. Die Pfarrkirche von Groß Bertung knüpfte an diese alte Tradition an.

Der Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert bildet noch heute den Kern der Kirche von Groß Bertung. Im Laufe der Zeit erfolgten jedoch einige Veränderungen. Das mittelalterliche Kirchendach fiel 1681 einem Brand zum Opfer.

Der Wiederaufbau erfolgte unmittelbar nach diesem Unglück. Eine dendrochronologische Analyse der Balken im Dachwerk hat ergeben, daß diese 1681 gefällt wurden. Die Neuerrichtung des Daches geschah wohl im darauf folgenden Jahr. Für die Erneuerung des Inneren benötigte man jedoch noch einige Zeit. Altäre, Gestühl und Orgel wurden neu angeschafft und die Bretterdecke im Kirchenschiff erhielt barocke Malereien. Außerdem erhöhte man den Turm um ein Geschoß und veränderte den Ostgiebel. Die Neuweihe von 1724 markiert vermutlich das Ende der Renovierungsmaßnahmen. Über zweihundert Jahre gab es dann keine wesentlichen Veränderungen an der Kirche. Um mehr Platz für die Gläubigen zu schaffen kam es 1934 zum Anbau von Seitenschiffen. Dabei wurden die aus dem späten Mittelalter stammenden Mauern des Kirchenschiffs an der Nord- und Südseite größtenteils abgerissen.

Der Zustand vor diesem Umbau ist glücklicherweise noch durch vier Fotos dokumentiert, die der Kunsthistoriker Wünsch 1929 für das Amt des ostpreußischen Provinzialkonservators anfertigte. Diese Fotos gelangten nach 1945 in das Fotoarchiv des kunsthistorischen Instituts der polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und werden als Anhang zu diesem Beitrag erstmals veröffentlicht.

 

 

 

 Besucher seit dem 1. Mai 2007


What's new powered by crawl-it  

Aktualisiert am 26. Dezember 2011